Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte

Im Jahre 1931 gründeten 38 tündersche Bürger den Schützenverein Tündern. Unter den Gründungsmitgliedern ist besonders Friedrich Wiedekamp zu nennen.

Die Schlucht in der Feldmark Richtung Hastenbeck war das ideale Gelände für den Ausbau eines Scheibenstandes. Das Grundstück konnte für den Verein erworben werden, und ein erstes einfaches Schützenhaus wurde in Gemeinschaftsarbeit erstellt. Alle Vereinsmitglieder beteiligten sich an der gestalterischen Aufbauarbeit, und ein kleiner Freizeitpark für die Schützen entstand.

1937 hatten die tünderschen Schützen einen großen Hochwasserschaden. Nach einem heftigen Sommergewitter zerstörten Sturzwasser die Anlagen. Stellmachermeister Mergel richtete den Scheibenstand wieder her und pflegte den kleinen Grünpark. Während des Krieges ruhte das Vereinsleben. Nach Kriegsende ging es an den Wiederaufbau des Vereins. Sämtliche Anlagen und auch das Schützenhaus waren vollkommen demoliert. Die Mitglieder organisierten Arbeitseinsätze, so dass der Scheibenstand wieder hergerichtet wurde.

Mit dem ersten Schützenfest im Jahre 1952 gab es einen Neubeginn des Vereinslebens. Bald gab es wieder moderne Schießsportanlagen, und regelmäßige Übungen konnten wieder abgehalten werden.

1956 fand die Fahnenweihe statt. Im Jahre 1959 wurde ein Gedenkstein für alle im Kriege gefallenen Schützenbrüder aufgestellt. Dazu verwandte man einen großen Findlingsstein aus der Feldmark Tündern.

1961 schloß sich eine Damenabteilung an den Schützenverein an. Das Schützenhaus wurde nun erweitert, und die Grünanlagen wurden mit Tischen und Bänken ausgestattet. Eine 50—m—KK—Bahn mit Erdwällen wurde erstellt. Die Einweihung dieser Neuanlagen fand im Sommer 1962 statt, und es gab ein fröhliches Fest. Im Jahre 1964 wurde eine Jugendgruppe gegründet. Die eindrucksvolle Kette, die der Schützenkönig trägt, wurde 1966 geschmiedet. Theodor Habenicht ergriff die Initiative und ließ 20 alte wertvolle Schützenmünzen in Silber fassen, die er zum Teil selbst gestiftet hatte. Das Brustschild zeigt das tündersche Wappen in Silber und Gold gestaltet, umrahmt von zwei stilisierten Eichenblättern. Auf der Rückseite ist eingraviert:

,,Möge diese Kette über Generationen von würdigen Königen getragen werden.”

Die Schützenkette wird jedes Jahr um eine weitere Münze des jeweiligen neuen Königs ergänzt. Das Winterschießen fand bis 1968 im Gasthaus zum Bückeberg statt. Seit 1975 gibt es eine Winterschießsportanlage für Luftgewehr im Gasthaus Stoffregen in Tündern.

Mit einem großen Jubiläumszeltfest feierte der Schützenverein Tündern im Sommer 1981 sein 50jähriges Bestehen. 1985 wurde eine Luftgewehrschießhalle in modernster Ausführung errichtet und das Schützenhaus wiederum durch einen Anbau erweitert. Die Damenabteilung des Schützenvereins feierte 1986 ihr 25jähriges Bestehen. Seit dem Jahre 1988 gab es im Vorstand des Schützenvereins Tündern nur wenige Veränderungen: Werner Meth leitet den Verein nunmehr seit 24 jahren in bewährter Art und mit viel Umsicht.

1992 wurde Marga Rabenhorst als Nachfolgerin für Irene Fuhrke gewählt und leitet seitdem engagiert die Damenabteilung. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten lag in diesen letzten 10 Jahren im Umbau des Schützenhauses: die Schießbahnen wurden den neuesten Bestimmungen der Schießordnung angepasst, die Aufenthaltsräume wurden erweitert und renoviert, die Heizungsanlage wurde aktualisiert, eine etwas geräumigere Küche wurde angebaut und neu ausgestattet. All dies wurde in Eigenarbeit erledigt und ist ein gutes Zeugnis für den Gemeinschaftssinn der Vereinsmitglieder.

Alle tündernschen Vereine haben die Möglichkeit, diese Räumlichkeiten für ihr Vereinsleben zu nutzen; das ist in diesen Zeiten der Raumnot für Vereine oftmals eine Gelegenheit, einen Raum für Vereinsveranstaltungen zu bekommen.

Symbol für die Königswürde im Verein ist die Königskette von 1966 und die Königsscheibe. Die Meisterinnen erhalten einen Wand-Zinnteller und tragen ihre Meisterinnenkette; hier wird in einem Eichenblatt der Name der jeweiligen Meisterin mit Jahreszahl eingraviert. Der Jugendkönig oder die Jugendkönigin tragen ebenfalls für ein Jahr die Jugendkönigskette und erhalten einen Zinnbecher. Diese Zeichen der äußeren Würde werden hoch geschätzt und lassen das jährliche Königsschießen zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt im Vereinsleben werden. Die Proklamation der Würdenträger des Vereins findet jährlich vor der Alten Turnhalle in Tündern statt, damit alle Einwohner des Ortes die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen.

Im Jahre 1988 wurde eine weitere Königskette von dem damaligen König Theodor Eden initiiert. Diese ,,kleine Königskette“ wird vom Schützenkönig bei vereinsinternen Anlässen getragen, da die eigentliche Königskette heute so imposant und schwer geworden ist, dass sie nur noch zu besonderen Anlässen angelegt werden kann.

Die aktiven Mitglieder des Schützenvereins sind für ihre guten sportlichen Ergebnisse bekannt und nehmen an vielen Wettbewerben des Schützenbundes auf der Kreisebene teil. Im jahr 1995 wurde zum ersten Mal der Dorfpokal, von dem damaligen König Jürgen Habenicht angeregt, ausgeschossen. Alle Vereine des Dorfes beteiligten sich mit einer Mannschaft daran und verbrachten einen gemütlichen Nachmittag in sportlichem Wettkampf auf der Anlage des Schützenhauses. Dieser Tag des Dorfpokals, jährlich Anfang Mai, ist inzwischen ein fester Bestandteil des dörflichen Gemeinschaftslebens geworden.

1998 war der Schützenverein Tündern Ausrichter des Kreisschützentags, der in der Sporthalle in Tündern stattfand und den Einsatz sehr vieler Helfer erforderte, um ca. 300 Delegierten aus allen Schützenvereinen des Kreises einen ordnungsgemäßen Ablauf der Tagung zu ermöglichen.

Überhaupt ist es ein Anliegen dieses Vereins neben den sportlichen Ergebnissen und den vereinsinternen Geselligkeiten auch am dörflichen Leben teilzunehmen und weiterhin seinen Beitrag zu der dörflichen Gemeinschaft zu leisten.

Vereinsvorsitzende seit der Gründung 1931:
1931-45 Friedrich Wiedekamp
1952-55 Karl Wiemann (Bäcker sen.)
1955-58 Friedrich Trompeter
1958-74 Werner Bruns
1974 bis jetzt Werner Meth

Werner Bruns wurde wegen seiner Verdienste als langjähriger Vereinsvorsitzender zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Der Schützenverein mit seinen Mitgliedern gestaltet durch seine Aktivitäten einen guten Teil des dörflichen Gemeinschaftslebens.

Die Leiterinnen der Damenabteilung des Schützenvereins:
1961 -66 Helga Habenicht
1966-73 Hannelore Kilian
1973-74 Bärbel Thomas
1974-80 Christa Meth
1980 bis 1992 Irene Fuhrke
1992 — 2000 Marga Rabenhorst

[Stand: 2000]

Die Angaben stammen aus der Dorfchronik Tündern von Ilse Kalvelage. Die Chronik kann über die Webseite des Vereins für Heimatpflege und Grenzbeziehung “Tundirum” erworben werden.